… noch einen Cappuccino bitte …

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… noch einen Cappuccino bitte …

 

… „Zeit für den Augenblick“ …

… ich weiß, das ist leicht daher gesagt. Aber was heißt das eigentlich?

Der Baum draußen im Wald und die Rose im Garten mögen das vielleicht einfach so hinkriegen, das mit dem „Augenblick“, das mit der Präsenz, also in jedem Moment voll bei dem zu sein, was grad ist: windstill, stürmisch, schattig, sonnig, genährt oder lange kein Regen bzw. wieder mal nicht gegossen worden zu sein … was sonst muss so eine Pflanze auch schon wahrnehmen? Das scheint mir noch irgendwie einfach zu sein ….

Aber als Mensch, da bin ich doch ständig unterwegs – gedanklich zumindest. Irgendetwas berührt, beschäftigt oder sorgt mich doch immer. Oder irgendwer oder irgendwas regt mich gerade wieder auf. Oder was muss ich noch alles erledigen? Wie löse ich die anstehenden Probleme? Warum dauert das alles wieder solange und so weiter …

Dummerweise hilft diese permanente Rumdenkerei meist nicht wirklich – im Gegenteil – meist erschöpft es mich eher, als dass es mir Lösungen bringt. Und das Fatale dabei ist: oft merke ich es nicht einmal, dass mein Kopf ständig am Denken, Arbeiten, Beurteilen, Verurteilen und Bewerten ist. „Affengeist“ nennen die Buddhisten den Verstand, der ständig und schnell hin und her springt.

Wie schaffe ich es also, die kleine „Auszeit“ zwischen der einen und der anderen ´Pflicht` oder bewussten Arbeit nicht mit neuen Problemen oder Rumdenken zu füllen? In dem ich mir erst mal bewusst mache, dass es komplett in meiner Entscheidung steht, wie ich mit meinen „Augenblicken“ umgehe. Und ob ich mich von meinen Gedanken antreiben lasse oder es schaffe, diese auch mal zu unterbrechen … ich könnte mich ja zum Beispiel mal auf ein Experiment einlassen und versuchen in der kleinen Auszeit meine Aufmerksamkeit weg von meinen Gedanken dahin lenken, zu spüren was gerade ist: der Stuhl auf dem ich sitze, ist er warm, kalt, weich oder hart? Meine Lippen, sind sie trocken und rissig oder eher weich? Sind da Geräusche im Außen, Vogel-Gezwitscher oder ist es völlig still um mich herum? Und wie fühle ich mich gerade? Zufrieden? Traurig? Gehetzt oder entspannt?

Viel braucht so ein Mensch in der Auszeit ja nicht wahrzunehmen … nur immer mal wieder bewusst werden, wo die Aufmerksamkeit hingeht … und spüren, dass nur der Augenblick, der kurze Zeitraum des Jetzt, die Gegenwart ist, in der ich leben, lieben und lachen kann … oder aber getrieben von meinen Gedanken bin …

Es ist meine Entscheidung.

… kann ich bitte ein Glas Wasser haben?

Fortsetzung folgt.

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